Geschichtliches

Werte Gäste, 

uns Oberlausitzern wird landläufig ein „Granitschädel“ nachgesagt, auf hochdeutsch würde man sicherlich Dickschädel sagen. Viele unserer Zeitgenossen hören das heute gar nicht gern.Doch dieser Sturheit, ich möchte liebevoll „sture Beharrlichkeit“ dazu sagen, ist es zu verdanken, dass unser schönes Waldbad bis zum heutigen Tag zu Ruhe und Erholung einlädt. 

 

 

 

 

Bereits 1924 wurde von Bürgern der Wunsch nach einem Schwimmbad an den Gemeinderat herangetragen. Dieser stand dem Vorhaben von Anfang an sehr wohlwollend gegenüber, doch fehlte es am notwendigen Geld. In den nachfolgenden Jahren ließ man das Vorhaben jedoch nie aus den Augen. Es folgten Unterschriftensammlungen, Kreditanträge, Spenden- und Sammelaktionen und schließlich die Gründung einer Initiativgruppe. 

Im Jahr 1936 sind durch Beihilfen (heute würden wir Fördermittel dazu sagen) zum Bau eines Feuerlöschteiches endlich alle finanziellen Hürden aus dem Weg geräumt und der Bau kann beginnen. Der Ausbau des „Feuerlöschteiches“ zu einem Schwimmbad mit Kabinen und Bademeisterhäuschen erfolgt jedoch erst im Jahr danach. Nach 13 Jahren sturer Beharrlichkeit der „Granitschädel“ feierten am 06.06.1937 die Wehrsdorfer und ihre Gäste die Weihe. 

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg blieb die Badanlage ohne größere Veränderungen erhalten. Eine umfangreiche Sanierung des Schwimmbeckens erfolgte 1986/87. Doch die Mangelwirtschaft führte zum Einsatz schlechter bzw. ungeeigneter Baumaterialien, in deren Folge bald neue Schäden zu verzeichnen waren. 

Die Auswertung der Badsaison 2000 ergab für das Freibad Wehrsdorf eine ernüchternde Bilanz: Bei steigenden Betriebskosten sanken die Besucherzahlen seit 1998 auf 57%. Der Kostendeckungsgrad betrug nur noch 18%. Bauliche und wassertechnische Mängel waren unverkennbar. Da die Gemeinde mit dem Freibad Taubenheim ein modernes, saniertes Freibad besitzt und im Umkreis unserer Gemeinde eine Vielzahl sanierter Freibäder existieren, drohte dem Freibad Wehrsdorf ab der Saison 2001 das endgültige Aus. 

Zum Glück gab es aber noch einige von diesen Oberlausitzer „Granitschädeln“, die sich mit dieser Tatsache nicht abfinden wollten. 

Noch bevor es im Gemeinderat zu einer Beschlussfassung kam, trafen sich engagierte Bürger/innen zu einer Initiativgruppe, aus der der heutige Waldbadverein hervorgegangen ist. Seit 2001 haben die Vereinsmitglieder mit Unterstützung  der Gemeinde, zahlreicher Firmen der Region und vieler Sponsoren in unzähligen Arbeitsstunden baulichen, technischen und hygienischen Mängel größtenteils beseitigt und das heutige Antlitz des Waldbades in seiner romantischen Schlichtheit geprägt. 

Das Amt für Denkmalpflege schätzt unsere Bad als: (Zitat) „ortsbild- und landschaftsprägend; baugeschichtlich und sozialgeschichtlich interessante Anlage mit ursprünglich erhaltener Baukonzeption und landschaftstypischen Baumaterialien“. Daraufhin wurde das Waldbad Wehrsdorf in die Denkmalliste des Landkreises Bautzen aufgenommen. 

Details zum Bad

Freibad Wehrsdorf besteht aus einem rechteckigen Wasserbecken (50 x 25Meter), Ausmauerung in Granitbossensteinen, mit Funktionsgebäuden (hölzerne Umkleidekabinen und Kassenhäusschen) sowie einer großen Liegewiese. 
Es ist eine ortsbild- und landschaftsprägende, baugeschichtlich und sozialgeschichtlich interessante Anlage mit ursprünglich erhaltener Baukonzeption aus landschaftstypischen Baumaterialien. 

Die ortsgeschichtliche Bedeutung ist im Dokument des Vereinslebens der Dorfgemeinschaft festgehalten. Nach dem Baubeginn im Jahre 1936 wurde es im Juni 1937 eingeweiht.